Sanierung Ritterhuus: Start Bauarbeiten

04.02.2026 – Die Bauarbeiten für die Sanierung des Ritterhuus‘ als Teil des Schlossareals starten Anfang Februar 2026 und dauern bis November 2026. Die Kosten für die Sanierung von 3.5 Mio. CHF sind Teil der Investitionen, die die Gemeinde für die Zukunft des Schlosses tätigt.

Die Könizer Stimmberechtigten haben der Vorlage «Zukunft Schloss Köniz» im November 2024 mit über 80 Prozent Ja-Stimmen zugestimmt. Sie haben damit auch Ja gesagt zum Kredit für die Sanierung des Ritterhuus‘. Die Baubewilligung liegt nun vor und die Gemeinde konnte die Bauarbeiten am Montag, 2. Februar 2026, in Angriff nehmen.

Saniert werden das erste und zweite Obergeschoss. Diese Räume befinden sich aktuell im Rohbau. Sie werden zu multifunktionalen Räumen umgestaltet, die Nutzung ist flexibel, z. B. für Ausstellungen, Workshops, kleinere Veranstaltungen oder Sitzungen. Der Dachstock wird zu einem Veranstaltungsraum ausgebaut, mit direktem Zugang zur bestehenden Dachterrasse. Er steht künftig der Öffentlichkeit offen und kann gemietet werden. Die neuen Räumlichkeiten werden zudem hindernisfrei sein.

Sanierung wichtig für Weiterentwicklung des Schlosses

Mit Ausnahme des Rossstalls, Teilen des Ritterhuus‘ und einzelner Räume im Chornhuus ist der bauliche Zustand der Gebäude im Schlossareal schlecht und sie sind stark sanierungsbedürftig. Für die angestrebte Weiterentwicklung des Schlosses ist die Sanierung der Räumlichkeiten zentral. Dank der Sanierung des Ritterhuus‘ werden der Stiftung Schloss Köniz zeitnah rund 840 Quadratmeter an zusätzlicher Fläche für eine vielfältige Nutzung zur Verfügung stehen.

Die Gemeinde hat sämtliche Gebäude des Schlossareals per 1. Januar 2025 im Baurecht an die neu gegründete Stiftung Schloss Köniz übertragen. Das Ritterhuus haben Kirchgemeinde und Gemeinde gemeinsam der Stiftung übergeben. Für die Gründungs- und Aufbauphase der Stiftung hat die Gemeinde einen Einschuss in das Stiftungskapital in der Höhe von 4.5 Mio. CHF getätigt. Zudem trägt sie die Kosten für die Sanierung des Ritterhuus‘.

Meidenmitteilungen der Gemeinde Köniz:

Medienmitteilung «Zukunft Schloss Köniz» │4. Juli 2024
Medienmitteilung «Abstimmung Zukunft Schloss Köniz» │24. November 2024

Haberhuus

Über die Baugeschichte des Haberhauses ist nur wenig bekannt, da bisher noch keine bauarchäologischen Untersuchungen durchgeführt werden konnten. Es ist aber davon auszugehen, dass es als ältestes Gebäude des Wirtschaftshofs eine komplexe Baugeschichte birgt.

Erbaut wurde das Haberhaus im 14, Jahrhundert. Der langgestreckte, dreigeschossige Riegbau wird rückseitig durch die alte Ringmauer abgeschlossen. Den heutigen Bau prägen im Wesentlichen Umbauten der letzten drei Jahrhunderte. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde das Wirtschaftsgebäude erheblich verändert und 1724 – zeitgleich mit dem Bau des Kornhauses – erhielt es sein heutiges Dach. Sein äusseres Erscheinungsbild wurde bei den zwischen 1920 und 1940 ausgeführten Umbauten nach dem Vorbild des Heimatstils gestaltet.

Die sozialen Einrichtungen – die Heime und Anstalten – haben die Obergeschosse des Haberhauses für die Unterbringung ihrer Bewohnerinnen genutzt. Die kleinen Kammern in der linken Gebäudehälfte dienen heute der Musikschule Köniz als Unterrichtszimmer. Der rechte Gebäudeteil beherbergt in den Obergeschossen das Schulmuseum Bern. Das Erdgeschoss wird als Restaurant genutzt.

Chornhuus

Das stattliche Kornhaus, errichtet 1724, ersetzte einen kleineren Vorgängerbau. Es entstand im Zuge grösserer Umbauten, welche die Deutschritter in den Jahren vor dem Verkauf der Kommende an den Staat Bern 1729 vornahmen.

Die Nordfassade des dreigeschossigen Riegbaus beeindruckt mit einer doppelläufigen, dem Baukörper vorgelagerten und gedeckten Sandsteintreppe, die von einer turmartigen Lukarne bekrönt wird. Ein mächtiges Mansarddach mit Krüppelwalm bildet den Abschluss des elfachsigen, regelmässig befensterten Ökonomiegebäudes. Unter dem Dach erstreckt sich ein weiter, offener Raum, der den Blick auf den liegenden Dachstuhl freigibt.

Das erste Obergeschoss war ursprünglich nicht gegliedert. 1885 wurde der Westteil des Kornhauses zur Wohnung für den Pächter des Gutsbetriebes ausgebaut. Heute befinden sich im ersten Obergeschoss dieses teils die Büroräumlichkeiten des Vereins Kulturhof Schloss Köniz, im Erdgeschoss wird das ehemalige Esszimmer der Pächterfamilie als Zeremonie-Lokal genutzt, das gesamte Erdgeschoss im westteil wird regelmässig mit Ausstellungen bespielt. Im mittel- und ostteil des ökonomiebaus ist auf Erdgeschossniveau die ursprüngliche Halle noch sichtbar, der hohe Raum, der durch massive stützen in drei schiffe unterteilt ist, bietet im Mittelteil Platz für Veranstaltungen.

Rossstall

Der Rossstall folgte auf ein Stallgebäude aus dem 18. Jahrhundert. Beim Vorgängerbau, welcher um 1850 abgerissen wurde, handelte es sich vermutlich um einen Fachwerkbau mit Stallungen für Kleintiere. Der etwas kürzere und tiefere Rossstall wies eine einfache Raumeinteilung auf: entlang eines zentralen Futtergangs waren Stallungen mit je sechs Pferdeboxen angeordnet.

Im 20. Jahrhundert veränderten Betonanbauten und das Ersetzen von Backsteinmauern den Bau. 2008 übernahm der Verein Rossstall das Gebäude, das zuletzt nur noch als Lagerraum genutzt worden war, von der Einwohnergemeinde Köniz im Baurecht und sanierte es. Im Rahmen der Sanierung 2008/09 konnte dank archäologischen und bauhistorischen Untersuchungen die Baugeschichte der abgebrochenen Ringmauer rekonstruiert werden. Denn der Rossstall war unmittelbar an die mittelalterliche Ringmauer gebaut worden, sodass mit der Rückfassade des Gebäudes ein Teilstück von ihr bis heute erhalten ist.

Der Rossstall ist heute Lokalität für kulturelle und gesellschaftliche Anlässe.